Multi Factor Authentification (MFA) und Risikofaktor Mensch

Wie MFA den Risikofaktor Mensch in der IT-Sicherheit adressiert

Die Grundvoraussetzung für das Überleben eines Unternehmens ist der Schutz vor den vielfältigen Bedrohungen – von innen und von außen. Cyberkriminelle bedienen sich einer breiten Palette von Angriffsmethoden, um in Systeme einzudringen und wertvolle Daten zu entwenden. Einige dieser Methoden sind hochtechnisch und erfordern spezielle Kenntnisse. Die Mehrheit der Angriffe zielt jedoch darauf ab, gestohlene Zugangsdaten von Mitarbeitern zu missbrauchen, beispielsweise durch Phishing-Attacken. 

 

Eine grundlegende, aber immer noch hocheffektive Methode, um den Missbrauch gestohlener Zugangsdaten zu verhindern, ist Multi-Factor-Authentifizierung (MFA). Um die Wirksamkeit von MFA vollständig zu verstehen, ist es unerlässlich, einen tieferen Einblick in den menschlichen Faktor und seine Rolle in der IT-Sicherheit zu gewinnen. 

 

Der Risikofaktor Mensch in der IT-Sicherheit 

Im Mittelpunkt vieler Aktivitäten von Cyberkriminellen steht der Mensch als „schwächstes Glied“ der Kette. Trotz fortschrittlicher Sicherheitstechnologien können menschliche Fehler, Unwissenheit oder Nachlässigkeit zu schwerwiegenden Sicherheitsverletzungen führen. Hier sind einige Aspekte, in denen der menschliche Faktor die IT-Sicherheit beeinträchtigen kann: 

 

  • Unzureichende Passwortpraktiken: Viele Benutzer verwenden schwache Passwörter – oder die gleichen Passwörter für mehrere Benutzerkonten. Dies erleichtert es Angreifern, Zugang zu verschiedenen Systemen zu erhalten, sobald sie ein Passwort erbeuten. 
  • Phishing-Angriffe: Phishing bleibt eine der effektivsten Angriffsmethoden. Phishing konzentriert sich auf die Manipulation von Menschen konzentriert, um vertrauliche Informationen preiszugeben. Durch täuschend echt aussehende E-Mails oder Login-Seiten können Angreifer Benutzer dazu verleiten, ihre Anmeldedaten auf bösartigen Websites einzugeben. 
  • Mangel an Schulung und Bewusstsein: Viele Benutzer und sogar IT-Profis sind nicht ausreichend über die neuesten Bedrohungen und Best Practices in der Cybersicherheit informiert. 

     

    Einmal im System kann der Angreifer weitere lokale Schwachstellen ausnutzen, auf sensible Daten zugreifen, Systeme manipulieren und weitere Angriffsvektoren schaffen, um eine dauerhafte Präsenz im Netzwerk zu etablieren. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, robuste Sicherheitsmaßnahmen wie die Multi-Factor-Authentifizierung (MFA) zu implementieren, um den unbefugten Zugriff von vornherein zu verhindern. 

    Die Lösung: Multi-Factor Authentification (MFA) 

    MFA ist ein Sicherheitsmechanismus, der die Identität eines Benutzers durch die Validierung von zwei oder mehr unabhängigen Faktoren bestätigt, bevor Zugang zu einer bestimmten Ressource oder System gewährt wird.  

     

    Die möglichen Methoden zur Authentifizierung können in drei Kategorien unterteilt werden: 

     

    Wissensbasierte Authentifizierung – „Etwas, das man weiß“ 

    Dies bezieht sich auf Wissen, das nur dem Benutzer bekannt ist, wie Passwörter, PINs oder Sicherheitsfragen. 

    Besitzbasierte Authentifizierung – „Etwas, das man hat“ 

    Dies bezieht sich auf etwas Physisches, das der Benutzer besitzt, wie eine Smartcard, ein Sicherheits-Token oder ein Smartphone. 

    Biometrische Authentifizierung – „Etwas, das man ist“ 

    Dies bezieht sich auf biometrische Merkmale des Benutzers, wie Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Iris-Scan. 

     

    Die Beschränkung auf einen einzigen Authentifizierungsfaktor (Single Factor Authentification – SFA) kann in verschiedenen Szenarien zu Sicherheitslücken führen.  

    Klassische Anmeldeverfahren mit Benutzername und Passwort setzen lediglich auf die Kategorie „Wissen“. Ein Cyberkrimineller erhält leicht Zugang zum Unternehmensnetzwerk, wenn ein Mitarbeiter denselben Benutzernamen und Passwort sowohl für einen Online-Dienst als auch für das Unternehmensnetzwerk verwendet und der Online-Dienst kompromittiert wird.  

    Ein weiteres Beispiel ist der alleinige Einsatz eines Sicherheitstokens oder einer Smartcard. Solche Anmeldeverfahren setzen ausschließlich auf Besitz. Wenn die Karte gestohlen wird, erhält der Dieb unmittelbaren Zugang zu geschützten Systemen oder Daten, sofern keine weiteren Authentifizierungsfaktoren erforderlich sind. 

    Unabhängig davon, ob in den Beispielen Besitz oder Wissen als Authentifizierungsfaktor genutzt wird, können diese leicht kompromittiert oder verloren gehen. Wenn jedoch zwei oder mehr dieser Faktoren zur Absicherung des Anmeldevorgangs kombiniert werden, steigt die Sicherheit beträchtlich – man spricht dann von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). 

     

    Warum ist MFA wichtig? 

    • Erhöhte Sicherheit: MFA bietet eine deutlich höhere Sicherheit im Vergleich zur SFA. Selbst wenn ein Angreifer in der Lage ist, einen der Authentifizierungsfaktoren zu kompromittieren, z.B. das Passwort, wird der zusätzliche Faktor ihn daran hindern, Zugang zu erhalten. 
    • Schutz vor Phishing und anderen Cyberangriffen: MFA kann effektiv vor Phishing-Angriffen schützen, da selbst bei Preisgabe des Passworts der Angreifer den zusätzlichen Authentifizierungsfaktor nicht hat. 
    • Regulatorische Compliance: Viele Branchen und Länder haben Gesetze und Vorschriften, die die Verwendung von MFA vorschreiben, um die Datensicherheit zu erhöhen und den Schutz personenbezogener Informationen zu gewährleisten. 

       

      Checkliste – Best Practices 

      Die Implementierung von Multi-Factor Authentification (MFA) ist ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Cybersicherheit in einem Unternehmen. Doch die bloße Aktivierung von MFA ist nicht ausreichend. Es ist wichtig, Best Practices zu befolgen und die MFA-Strategie regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, um sicherzustellen, dass sie effektiv bleibt. Hier sind einige empfohlene Best Practices: 

       

      1. Robuste Passwortrichtlinien 

      • Komplexe Passwörter für Dienstkonten: Stellen Sie sicher, dass die Passwörter für Dienstkonten komplex sind, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Passwort-Knack-Versuche zu erhöhen. 
      • Einzigartigkeit: Verwenden Sie für jedes Dienstkonto ein einzigartiges Passwort, um zu verhindern, dass eine Kompromittierung mehrere Konten betrifft. 
      • Regelmäßige Passwortänderungen: Ermutigen Sie Benutzer, ihre Passwörter regelmäßig zu ändern, um das Risiko einer Kompromittierung zu verringern. 
      • Passwort-Management-Tools: Nutzen Sie Passwort-Management-Tools, um die Erstellung und Speicherung sicherer Passwörter zu erleichtern. 

         

         

        2. Implementierung MFA 

        • Breite Anwendung: Implementieren Sie MFA wo immer möglich, um eine zusätzliche Sicherheitsebene zu schaffen, die die missbräuchliche Verwendung von Konten selbst im Falle einer Kompromittierung von Anmeldeinformationen verhindert. 
        • Benutzerfreundliche MFA-Lösungen: Wählen Sie MFA-Lösungen, die eine gute Balance zwischen Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit bieten, um die Akzeptanz zu fördern. 
        • Schulung & Sensibilisierung: Informieren Sie die Benutzer über die Relevanz und effiziente Anwendung von MFA, damit sie Phishing-Angriffe identifizieren und den Diebstahl von Passwörtern verhindern können. 

           

           

          3. Aktuelle Bedrohungslage 

          • Bleiben Sie auf dem Laufenden: Nutzen Sie aktuelle Bedrohungsdaten, um die neuesten Methoden von Angreifern, die sich auf den ersten Zugriff spezialisieren, zu verstehen und besser auf ihre Strategien, Techniken und Vorgehensweisen reagieren zu können. 
          • Regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen: Überprüfen und aktualisieren Sie Ihre MFA-Strategien regelmäßig, um sicherzustellen, dass sie mit den sich entwickelnden Bedrohungen Schritt halten. 

           

           

          Next Steps 

          Die Implementierung von MFA ist ein entscheidender Schritt, um den Risikofaktor Mensch in der IT-Sicherheit zu adressieren. Durch die Validierung von zwei oder mehr unabhängigen Faktoren vor dem Zugang zu bestimmten Ressourcen oder Systemen, stellt MFA eine robuste Barriere gegen die Ausnutzung menschlicher Fehler oder Nachlässigkeit dar. Auch in einer Zeit, in der Cyber-Bedrohungen immer raffinierter werden, behält MFA seine entscheidende Bedeutung und Effektivität bei. Dennoch wird es oft nicht konsequent für alle Mitarbeiter umgesetzt. Wir bei der IT-HAUS GmbH unterstützen Sie dabei, MFA unternehmensweit zu implementieren, ohne den Komfort für Ihre Mitarbeiter zu beeinträchtigen. 

          Doch die Reise zur Verbesserung der IT-Sicherheit endet nicht mit der Implementierung von MFA. Für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer umfassenderen IT-Sicherheit haben wir ebenfalls maßgeschneiderte Lösungen parat. 

          Kontaktieren Sie uns noch heute, um mehr über unsere individuell zugeschnittenen Sicherheitslösungen zu erfahren und wie wir Ihnen helfen können, Ihre IT-Sicherheit kontinuierlich und nachhaltig zu stärken. 

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          Hans-Otto Mohr hmohr@it-haus.com 777620004

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